Schlüsseldienst
Auf dem Weg ins Bad: Kilian geht nach dem Verlassen des Lifts voraus, seinen eigenen Schlüsselbund mit den Schlüsseln seines Schreibtischs und unserem alten Hausschlüssel in der Hand. Bei der Wohnung von Peter, dem Nachbarn auf Top 1 bleibt er stehen und versucht mit seinem Schlüssel die Tür aufzusperren. Plötzlich geht die Tür auf und ein überraschter Peter steht vor einem erstaunten Kilian. Er hatte geglaubt, ein Klopfen gehört zu haben. Nach der ersten Schrecksekunde lachen alle Beteiligten, und wir Eltern als stille Zuschauer auch.
TomTom · 17. August 2009
Gute Nacht Kilian
Urlaub in Vorarlberg.
Kilian überrascht heute mit dem Waltonsritual (“Gute Nacht John Boy”), er erwidert ganz unerwartet klar und deutlich das abendliche “Gute Nacht” zu seiner Verabschiedung ins Schlafzimmer, und kombiniert dann im Gitterbettchen mit mir noch mit allen Namen des Hauses: “Gute Nacht Opa”, “Gute Nacht Oma Karin”, “Gute Nacht Bär”, Hund, Autos (er findet zwei verschleppte Badezimmerspielzeugautos), Mama, Papa und: “Gute Nacht Kilian”.
TomTom · 7. August 2009
Die letzten Tage in Kreta (Montag 6.7. bis Mittwoch 8.7.)
Wieder in Wien ein kurzer Rückblick auf die letzten Tage in Paleohora: alles bestens.
Wir müssen zwar in ein kleines Studio umziehen, weil unser Appartment reserviert ist (Nachteil unserer Lastminute Buchung), kommen aber auch auf noch weniger Quadratmeter sehr gut zurecht, was ein untrügerisches Zeichen unseres gestiegenen Erholungsgrades ist.
Hier in Wien fällt mir richtig auf, wie groß unsere Wohnung ist und wie viele Schritte man alleine braucht um das Wohnzimmer zu durchqueren. Man muss in der Tat von Zuhause aufbrechen um mit der Heimkehr einen neuen Blick auf Zuhause zu bekommen.
Sonne, Strand und Pool vor der Türe waren richtig erholsam, ein Urlaub der kurzen Wege. Rückfahrt und Flug problemlos wie die Anfahrt, mit dem Flughafenbus gleiten wir in die Stadt zurück und fühlen uns daheim.
Eine etwas längere Bildstrecke des Urlaubs folgt.
TomTom · 10. Juli 2009
Sonntag, 5. Juli
Kilian kombiniert immer mehr Zweiwortsätze und nimmt auch neue Worte begeistert auf. Am Strand entdeckt er “lauter Lötter” (=“lauter Löcher”) im Sand, dort sitzen die Schnecken und Muscheln drin um vor der Flut (und den Muschelsammlern) geschützt zu sein. Wörter, deren Artikulation ihm offensichtlich schwerfällt (wie z.B. “lauter Ditta” für “lauter Lichter” wiederholt er immer wieder.
Die runde pyramidenförmig Sandburg am heutigen Strand benennt Kilian als “Anemone”, ein Wort, das er nicht leicht aussprechen kann, das er aber gerade deshalb sehr gern und oft übt und immer dann verwendet, wenn es ihm passend erscheint.
Etwas mehr als ein Monat meiner Karenz ist um, und ich bin noch immer nicht ganz im Alltag angekommen. Ich träume von erlebnisreichen Ausflugstouren hier auf Kreta oder dann wieder in Wien. Kerstin erinnert mich an das große Abenteuer das Kilian mit der Welt als solcher vor sich hat, egal wo er sich befindet, er findet immer neues und Abenteuerliches und braucht Dinge und Orte, die er schon kennt, um von der Basis einer gewohnten Umgebung und einer gewohnten Routine auf Erkundung gehen zu können. Es ist für ihn entspannender am Abend im Bett einzuschlafen und nicht in einem Straßencafé am Arm oder im Kinderwagen einzunicken, um dann beim späten Transfer eventuell wieder aufzuwachen. Und er braucht auch noch keinen neuen Strand als Tagesausflug im Tausch gegen seinen Mittagsschlaf.
Mir fällt diese Einsicht nicht leicht, ich denke zu sehr in einem Besuchsvaterschema, als hätte ich nur wenige Tage (das Wochenende!) oder gar nur Stunden Zeit, etwas ganz Besonderes zu veranstalten – vergessend, dass auch dann das Besondere die umfassende Präsenz wäre (unabhängig von der Umgebung).
TomTom · 5. Juli 2009
Samstag, 4. Juli
Habe mir überlegt, wie wohl die aktuelle Top 10 Hitparade der Kilianschen Lieblingsbücher aussehen würde. Wir haben natürlich nur eine kleine Auswahl seiner Bibliothek mitgenommen, trotzdem kann ich die Charts erstellen. “No Books for the moment” – ihn interessieren Bücher zur Zeit wenig, zwei Ausnahmen gibt es: “Die wilden Kerle” lässt er sich ab und zu gern vorlesen, und Meyers Wissensbuch “Am Strand” studiert er manchmal auch selbst. Letzteres wohl vor allem, weil es so direkten und praktischen Bezug zu den täglichen Strandgängen hat.
Sonst beschäftigt er sich liebend gern mit Malen und Zeichnen, er malt energisch und geduldvoll, respektiert einzelne Blätter, holt schon bemalte Blätter öfters hervor um sie zu komplettieren und kommentiert ihren Inhalt im Detail. Selbst gemalte Blätter und von Mama (bevorzugt) und Papa gezeichnete Blätter mag er lieber als ein Ausmalbuch.
Die Kommunikation mit dem Junior wird vielschichtiger. Er weiß oft sehr genau, was er will, und wenn er das was er will, nicht haben kann, oder wir das, was er gern möchte, zu dem gewünschten Zeitpunkt nicht machen können, dann zörndelt er. Kerstin hat allerdings die sehr gute Methode erkannt, ihm dann die Argumente aufzuzählen, die die Entscheidung der “Großen” begründen. Kilian würdigt diese Begründungen und es fällt ihm sehr viel leichter, eine Entscheidung zu verstehen und zu akzeptieren.
Seinen freien und eigenen Willen tut Kilian oft auch dann durch ein starkes “Nein” kund, wenn er in der Sache eigentlich gar keinen Einspruch einlegt. Auf die Frage “Willst du etwas trinken?” kommt oft dieses “Nein!” zurück, das angebotene Fläschchen oder Glas wird dagegen freudig angenommen. Ein Demonstration des mächtig werdenden Selbstbewußtsein, die nicht oft genug erfolgen kann.
TomTom · 4. Juli 2009
